Erfahrungsbericht Lenovo Thinkpad T450s mit Linux (Linux Mint/Ubuntu)

  • Liebe u:book-gemeinde,
    ich wollt mal kurz meine Erfahrungen mit dem T450s mit Linux teilen.


    Ich hatte nun 7 Jahre ein Thinkpad T61 (aus der 2008-u:book-Aktion :love: ) mit Linux (erst Ubuntu, dann Linux Mint) drauf, und bin immer gut gefahren damit (das Teil funktioniert noch immer). Ich nutze es sowohl zuhaus als auch unterwegs (Uni).
    Aus grundsätzlichen Erwägungen und aufgrund der guten Erfahrung habe ich mich wieder für Linux entschieden (und damit die billigere Nicht-Windows-Version gekauft).


    Zuerst hab ich Linux Mint 17.1. installiert - Please login to see this link.. Hat alles wie gewohnt problemlos geklappt, von USB ist Linux Mint in 15 Minuten installiert, das Daten überspielen dauert dann aber den restlichen Tag. :rolleyes:
    Linux Mint basiert auf Ubuntu 14.4 (also auf dem ca. 1 Jahr alten long-time-support-Zwischenschritt), macht aber neuerdings selbst Zwischenschritte, das neuste ist eben 17.1 (von Anfang 2015), und dem Kernel 13.3.
    Funktionieren tut alles derzeit so halbwegs würd ich sagen. Die relevanten fünf Punkte die nicht out-of-the-box funktioneren sind
    1) Mauspad bzw. Trackpoint-Knubbel und Tasten
    2) Suspend/Hibernate
    3) Hardware-unterstütze Grafik
    4) Flickern nach Suspend/Hibernate bzw. Output-Wechsel
    5) Kein WLAN/WIFI
    (In manchen Foren liest man von Wifi-Problemen. Ich hatte das mit Linux Mint 17.1 von Haus aus nicht (sondern erst als ich den Kernel 4.0 eingespielt hab, siehe Lösung von Fehler 1)).


    Für all die Problemchen gibt es eine Hauptlösung - nämlich: Abwarten - und eine Nebenlösung: nämlich rumspielen.


    Warum abwarten? Weil Linux Mint 17(.1) eben auf dem 13.3 Kernel basiert und der halt keine Möglichkeit hat die neusten Lenovo Thinkpads aus 2015 schon zu unterstützen.


    Wie rumspielen? Will ich im folgenden erklären:


    1) Mauspad bzw. Trackpoint-Knubbel und Tasten
    Grundsätzlich ist es nach einer Linux-Mint/Ubuntu Installation so, dass das eigentliche Mousepad funktioniert (klicken, rechtsklick mit Zweifinger, scrollen am rechten Rand), außerdem der rote Knubbel funktioniert, die Trackpoint-Tasten aber nicht. Das ist blöd, denn was mach ich mit dem roten Knubbel wenn ich nicht klicken kann? Killer-Argument gegen Thinkpad+Linux derzeit! Dieses Problem wird in allen relevanten Foren rauf-und-runter diskutiert, siehe zB: Please login to see this link., Please login to see this link., vor allem aber im Please login to see this link.. Auch hier im u:book-Forum wurde davon berichtet, Please login to see this link.
    Es gibt den Please login to see this link., der bringt nach Regen aber nur Traufe, nämlich: Trackpoint-Knubbel funktioniert, rechte und linke Trackpoint-Tasten funktionieren, Mousepad funktioniert, aber kein Rechtsklick und Scrollen am Mousepad. Damit hat man quasi alles, aber kein Scrollen, weil weder auf der Trackpoint-Mitteltaste noch am Mousepad-Rand. Again: prolongiertes Killer-Argument gegen Thinkpad+Linux derzeit.
    In den Foren gibt es dann etliche Anleitungen die meine Fähigkeiten überfordern bzw. meine Bereitschaft zur Beschäftigung mit Linux überanspruchen.
    Einzige Lösung: Update auf einen neuen Kernel. (Manche Foren behaupten es reicht ein Update auf 3.18, ich hab aber gleich 4.0 genommen). Das geht recht einfach, zB mit Please login to see this link.
    Ich hatte sodann ein neues Problem, siehe dazu 5) Kein WLAN/WIFI.


    2) Suspend/Hibernate
    Man kann im Energiemanager zwar einstellen was geschehen soll beim Zuklappen oder bestimmter Tastenkombi für Susp/Hibe, aber tatsächlich dürft er nicht sauber dorthin wechseln. Das gleiche Problem hatte ich 2008 mit meinem T61 auch und hatte damals mit den CPU-States und deren fehlenden Unterstützung in Ubuntu zu tun. Hier hab ich noch keine Lösung gefunden und kann vorerst damit leben. Werds posten wenn ich was gefunden hab.
    mMn kein Killer-Argument derzeit. Selbst ausschalten und neustarten des Laptops dauert ja nur gefühlte 3 Sekunden, so what.


    3) Hardware-unterstütze Grafik
    Wer im VLC einen Film anschaut wird starkes Flickern, Flackern, Bildwackeln sehen. Nicht schön und absolut unbrauchbar. Hab keinen ganzen Film anschaun können. Die Einstellungen im VLC haben nix geholfen und der Grafiktreiber ist ansich brav und sauber installiert. Die Lösung für das Problem ist die Aktivierung der Hardware-Unterstützung für die Grafik, Please login to see this link. Nachdem man das nachinstalliert hat kann man im VLC "hardware-accelerated Decoding" auf "AV API" stellen und alles läuft ruckelfrei.


    4) Flickern nach Suspend/Hibernate bzw. Output-Wechsel
    Jedes ca. 10. Mal wenn ich vom suspende/hibernate zurückkomme oder jedesmal wenn ich die Bildschirm-Auflösung ändere weil ich einen Bildschirm/Beamer abstecke kommt ein verrücktes Bild-Herumspringen,Please login to see this link.. Das ist echt schlimm und unerträglich. Irgendwas mit X.org stimmt da nicht. Seit dem Update auf Kernel 4.0 ist aber alles gut. Es gibt ein paar Theads mit Anleitungen um das wegzubekommen, hat mich aber bis zum 4.0-Update nicht gefreut daran zu basteln.


    5) Kein WLAN/WIFI:
    In manchen Foren liest man für NutzerInnen von Carbons oder T450s von Wifi-Problemen (teils Ausfall, teils Verbindungsschwächen). Ich hatte das mit Linux Mint 17.1 von Haus aus nicht, also sowohl Treiber als auch Empfang ist bestens. Erst als ich den Kernel 4.0 eingespielt hab (als Lösung für Fehler #1) hatte ich plötzlich kein WLAN mehr, nada, ifconfig usw. zeigten einfach nichts an. Die Recherche in ein paar (teils alten) Threads [Please login to see this link., Please login to see this link., usw.] dazu brachten mich dazu brachten den entsprechenden Treiber (iwlwifi) neu zu installieren, Please login to see this link.. Im Handumdrehen klappte das WLAN auch wieder.


    Fazit: So richtig rund läuft Thinkpad + Linux auch im Jahr 2015 einfach nicht. Probleme ohne Ende. So richtig "out of the box" gehts offenbar einfach nicht.
    Zur Verteidung von Thinkpad und Linux Mint 17.1 muss ich wohl anmerken, dass die Wahl "Linux Mint" wohl nicht sehr klug ist, da damit ein rund 13 Monate alter Kernel verwendet wird (13.3 statt 14.0). Es gibt sicherlich Linux-Derivate (wie debian) die sofort und automatisch auf den neusten Kernel hüpfen. Vielleicht hätt ich mir damit einigen Ärger erspart. Debian ist halt alles andere als EinsteigerInnen-freundlich und damit - wenn mir das erlaubt sei - ansich eine Frechheit; Zudem hat Debian zumindest das Problem #1 auch, Please login to see this link.. Im Grunde bleibt es aber egal: Ob ich nun ein Linux Mint 17.1 oder aktuelles Ubuntu mit dutzenden Forensuchen und Terminal-Zeilen "herrichten" muss oder aber das gesamte Debian-Universum erlernen und verstehen muss: In allen Fällen ist Thinkpad + Linux derzeit Leuten die etwas "Funktionierendes" haben wollen nicht zu empfehlen.


    Für mich persönlich gibt es aber schlichtwegs keine Alternative: Ich will Komplettverschlüsselung und eine freie Software und dort möglichst Terminal-los arbeiten können. Nach 7 Tagen herumbasteln hab ich das geschafft. Und das hoffentlich wie beim vorherigen T61 für die nächsten 7 Jahre. :thumbsup:
    Have fun.

  • Herzlichen Dank für das Review! GSD habe ich mich entschlossen auf Skylake zu warten :D


    Einzige Anmerkung: Seit wann ist Debian bleeding edge? 8|
    Habe erst jetzt auf meinem Debian Server offiziell den 3.16er Kernel bekommen.


    Versuchs mal mit Manjaro, basiert Arch, hat aber die selbe Desktopumgebung wie Mint (Cinnamon)

  • hey,


    ohne Äpfel mit Birnen vergleichen zu wollen - aber das ist in der IT das alte Bananen-Problem: Produkt reift erst beim Kunden - die Treiberprobleme gibt es bei neuen Lineups nicht nur mit Linux, das Forum hier ist voll mit Problemen unter Windows (+ tlw. bereits Äpplen) bei ganz frischem Zeugs ;)


    Als Alternative zum Warten würde ich vorschlagen, statt auf eine Distro mit fixen Release-Zyklen auf eine mit Rolling-Releases zu setzen,
    als bspw. openSUSE Tumblweed:

    • Download des Mediums von hier: Please login to see this link.
    • auf einen USB-Stick schreiben - Anleitung: Please login to see this link.
    • wenn man vom Medium booten kann, hat man eigentlich schon gewonnen ;)
    • falls es der neueste Kernel sein soll das kernel-stable-Repo hinzufügen, zB im Terminal:


    Code
    1. sudo zypper ar http://download.opensuse.org/repositories/Kernel:/stable/standard/ kernel-stable
    2. sudo zypper dup


    Für optimierte Energieeinstellungen ist das Hilfsprogramm Please login to see this link. zu empfehlen


    Wer umgekehrt warten kann und nicht auf die aktuellste Software angewiesen ist, dem sei noch ein Blick in die aktuelle c't an's Herz gelegt, da geht es um Distris mit Langzeit-Support - 1x aufsetzen (/ lassen) & für > 5 Jahre seine Ruhe haben:
    Please login to see this link. - "Pinguin für die Ewigkeit: Linux-Distributionen mit Langzeitpflege"


    Have fun.


    dem schließe ich mich an - oder wie Please login to see this link. sagen würde : Spaß am Gerät! :thumbup:


    lg,e

  • Fazit: So richtig rund läuft Thinkpad + Linux auch im Jahr 2015 einfach nicht. Probleme ohne Ende. So richtig "out of the box" gehts offenbar einfach nicht.
    Zur Verteidung von Thinkpad und Linux Mint 17.1 muss ich wohl anmerken, dass die Wahl "Linux Mint" wohl nicht sehr klug ist, da damit ein rund 13 Monate alter Kernel verwendet wird (13.3 statt 14.0). Es gibt sicherlich Linux-Derivate (wie debian) die sofort und automatisch auf den neusten Kernel hüpfen. Vielleicht hätt ich mir damit einigen Ärger erspart. Debian ist halt alles andere als EinsteigerInnen-freundlich und damit - wenn mir das erlaubt sei - ansich eine Frechheit; Zudem hat Debian zumindest das Problem #1 auch, Please login to see this link.. Im Grunde bleibt es aber egal: Ob ich nun ein Linux Mint 17.1 oder aktuelles Ubuntu mit dutzenden Forensuchen und Terminal-Zeilen "herrichten" muss oder aber das gesamte Debian-Universum erlernen und verstehen muss: In allen Fällen ist Thinkpad + Linux derzeit Leuten die etwas "Funktionierendes" haben wollen nicht zu empfehlen.


    Für mich persönlich gibt es aber schlichtwegs keine Alternative: Ich will Komplettverschlüsselung und eine freie Software und dort möglichst Terminal-los arbeiten können. Nach 7 Tagen herumbasteln hab ich das geschafft. Und das hoffentlich wie beim vorherigen T61 für die nächsten 7 Jahre. :thumbsup:
    Have fun.



    Hallo -


    ich habe nach bald 2 Jahren Linux Erfahrung auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht, ,mit verschiedenen Betriebssystem (Angefangen mit einem Chinesichen Linux das gleich durch Ubuntu ersetzt wurde, bis zu Linux Mint, Lubuntu, und eben Debian). Meine Erfahrung war dass mit Debian eben alles viel viel stabiler lief als mit anderen Systemen. Teilweise konnte ich auch nur Debian richtig anständig installieren (so geschehen auf MacMini 2.1, aber das ist eine andere Geschichte ...)


    Also die Philosophie von Debian , so wie ich sie verstanden habe, macht eben genau das eine nicht : sofort auf irgendeinen Kernel "aufspringen" - sondern da wird bewährt so lange getestet und abgewogen durch die breite Entwicklercommunity, - bis ein Paket oder ein Kernel es eben in die Stable- oder Testing Quellen schafft.
    Auch ist der Installer von Debian wirklich sehr freundlich indem er alle nur möglichen Optionen offenlegt, auch etwaige Expertenoptionen, was mir bei anderen Systemen gefehtl hat.


    LinuxMint hat mir gut gefallen - aber dann hatte ich so viele Probleme mit der LMDE Edition , dass ich denen irgendwann einfach den Rücken gekehrt habe. Auch schien das System notorisch langsamer ("aufgeblähter") als unter Debian. -


    Dies alles und noch einige Gründe mehr haben mich wirklich zu einem Debian Enthusiasten werden lassen . Noch zur Anmerkung: Ubuntu und damit in gewisserweise auch Mint bauen ja gerade auf den Debian Reposities auf.


    Debian-Bashing ist also nicht unbedingt im Sinne der LinuxPhilosophie des Zusammenarbeitens und Austausches. Da ist Ubuntu vielleicht etwas besser aufgestellt in den Foren, aber immerhin bekommen die inzisczhen auch einiges an Geld zusammen (man vergesse nicht den Skandal des Einbaus von Amazon Apps und überhaupt den Umstand dass die Suchergebnisse an Canonical übermittelt werden sollen) - welches dann hoffentlich auch im Sinne der Linux-Philosphie verwendet wird.



    Wenn jemand mal ausprobieren möchte, wie gut LInux funktionieren kann , und wie rasend schnell es sein kann, dem kann ich empfehlen einen USB Stick einzurichten mit PuppyLInux


    am einfachsten funktiniert das mit Programmen wie Unetbootin


    also einfach


    Please login to see this link.


    herunterladen


    und dann eine PuppyLinux ISO dazugeben/als ISO einbinden (entweder direkt über Unetbootin laden oder eben zuerst runterladen und dann einbinden. Ich würde sehr die Version 5.7.1 empfehlen)


    Please login to see this link.



    kann so ziemlich vieles was ein Windows PC auch kann :)