Macbook 15" dedizierte GraKa oder Iris Pro?

  • Hallo!


    Ich plane, mir das 2015er 15" MacBook Pro im nächsten Verkaufsfenster zuzulegen.
    Leider bin ich mir nicht sicher, ob ich mit der Iris Pro auskomme, oder doch die dedizierte Radeon R9 M370X brauche.


    Hauptsächlich verwende ich Adobe CS (Photoshop, InDesign kein Premiere!) und fürs Studium brauche ich öfters MathCAD und selten CATIA (würde ich über BootCamp machen).


    Schafft das das Basismodell oder sollte ich doch zum "großen" greifen?


    Danke,
    Flo

  • Hi,
    drei wichtige Punkte dazu:


    1.) CAD-Software profitiert von einer möglichst leistungsfähigen Grafikkarte. Je nachdem, wie aufwändig deine Projekte sind, kann es sein, dass Animationen mit der CPU-Grafik zu stark ruckeln, oder sogar mit der zusätzlichen Grafikkarte ruckeln. Das wäre natürlich am einfachsten auszuprobieren, indem du dir auf einen USB-Stick ein Beispielprojekt samt Applikation draufpackst und zu einem Vorführgerät mitnimmst (ob die Software dann einfach so läuft, kann ich nicht sagen).


    2.) Apple-Laptops hatten in der Vergangenheit sehr oft Seriendefekte. Macbookproserien aus 2007, 2008, 2011, und 2012 sind offiziell betroffen (= es gibt Apple-Austauschprogramme) und es lag dort immer an der zusätzlichen Grafikkarte. Apple-Laptops ohne zusätzliche Grafikkarte sind hingegen seltener von Seriendefekten betroffen. Das betrifft übrigens auch andere Hersteller, nicht ausschließlich Apple. Diese Seriendefekte führen zu einem nicht mehr verwendbaren Gerät, wenn sie auftreten. Teilweise waren betroffene Geräte auch mehrmals Defekt (3+ Reparaturen), weil es (noch) keine fehlerfreien Ersatzteile gab.


    3.) Apple unterstützt Windows nur rudimentär. Die Treiber sind tw. unausgereift, zB das Touchpad funktioniert nur miserabel bis durchschnittlich, nicht so gut wie in OSX. Die Akkulaufzeit ist schlechter. Unter Windows 10 führt die automatische Updatefunktion auf manchen Geräten zur Installation fehlerhafter Treiber, dadurch Abstürze/Bluescreens (da sich die Updates nicht ganz einfach ausschalten lassen, ist das durchaus ein großes Problem). Offiziell wird außerdem nur die langsamere MBR-Windowsinstallationsart unterstützt. Da ist die Akkulaufzeit kurz, der Systemstart dauert länger und einige Applikationen wie zB Bitlocker-Systemverschlüsselung funktionieren mit dem alten Modus nicht mehr einwandfrei oder nur langsamer. Die modernere (U)EFI-Variante wird nicht offiziell unterstützt und kostet dich sicher einige Stunden Bemühungen mit Googlesuchen, um das hinzubekommen.


    Zusammengefasst erwartet dich bei einem aktuellen Windows auf einem aktuellen Mac eine Reihe von Fehlermeldungen und Abstürzen, guten Support gibt es da schlicht nicht.


    Meiner Meinung nach - ich verwende seit Jahren sowohl Windows, Mac OSX als auch Linux-Distributionen gleichermaßen - ist ein Mac ausschließlich dann sinnvoll, wenn er ausschließlich mit OSX betrieben wird. Ausnahmen sind ältere Macs (2012 oder älter), die gut mit Linux funktionieren (die neuesten haben da auch wie unter Windows Treiberprobleme oder fordern zumindest ein ganzes Wochenende Zeit zur Einrichtung).


    Für Windows gibt es bei U:Book gute Lenovo- und HP-Geräte, tw. auch mit einer stärkeren Grafikkarte für CAD, wenn du das willst (wobei das dann eher weniger Laptops sind, eher Ersatz für einen Standrechner, weil laut, schwer, kurze Akkulaufzeit).


    Tipp zum Abschluss: Eine etwas schnellere Grafikkarte bei gleichzeitig sehr guter Portabilität hat das aktuelle Dell XPS 15", das aber nicht via U:Book zu haben ist und potentiell auch einen Grafikkartenserienfehler haben könnte.


    Ein letzter Hinweis zu der Serienfehlergeschichte: CPU-Grafik hat in der Vergangenheit keine Serienfehler gehabt, es ist also durchaus sinnvoll, grundsätzlich bei Laptops auf die zusätzliche Grafikkarte zu verzichten.